Caral - Die Anfänge der Zivilisation In den Anden
- Die Anfänge der Zivilisation In der Welt
- Anfänge der Zivilisation In den Anden
- Zivilisation, Staat und Stadt
- Supe und das Nordliche Zentralgebiet
- Zeitgenössische Siedlungen
- Organisation: Produktion und Tauschhandel
- Organisation: Religion und Regierung
- Organisation: Soziale Klassen
- Schlussfolgerungen
- Forschungen in Caral
In den Anden gab es, wie in anderen Teilen der Welt, eine Vielfalt an kulturellen Adaptierungen, jedoch auf relativ engem Raum. Diese Gesellschaften, die in unterschiedlichen geographischen Gebieten siedelten, unterschieden sich auch in ihrer Lebensweise, ihren Kulturen und ihrer soziopolitischen Entwicklung.
Ihre frühe Entfaltung verdankt die Kultur von Supe der wachsenden Komplexität ihrer Sozialsysteme, die sich in den verschiedenen Gebieten des nördlichen Zentralperu von heute konsolidierten; so in den Küstentälern zwischen den Flüssen Chancay und Santa, in der Gebirgszone des Callejón de Huaylas und den östlichen Gebirgsflüssen, in den Flussgebieten des Marañón und des Huallaga. All diese Gesellschaften hatten eine Überschussproduktion und ein Organisationsniveau erreicht, das ihnen eine gewisse Arbeitspezialisierung erlaubte, wie die Konstruktion von öffentlichen Gebäuden und die Teilnahme an interregionalen Tauschhandelsnetzen.
Um 3000 vor Chr. machten die im nördlichen Teil der zentralen Küste gelegenen Gesellschaften bedeutende Fortschritte, stimuliert durch den Reichtum der Region: ein Meer reich an Fischen und Molusken, sowie fruchtbare Täler mit Flüssen, die Nährstoffe beförderten. Unterstützend wirkte auch die traditionelle interregionale Komunikation innerhalb der Bevölkerung dieses Gebietes. Zusätzlich zur Permanenz in der Region und dem Erwerb gemeinsamer Lebenserfahrungen, sei es durch Konfrontation oder Integration, übernahm die Küstenbevölkerung neue Technologien:
Bewässerungskanäle, Anbaufelder und Fischernetze. Neuerungen, die die Produktivität steigerten, förderten die berufliche Spezialisierung und den Austausch der Produkte. So bildeten sich die notwendigen Bedingungen für eine zivilisatorische Entwicklung.
Innerhalb dieser zeitgenössischen Gesellschaften im nördlichen Teil des Zentralgebiets gelang es der Gesellschaft von Supe unterschiedliche adaptive Erfahrungen zu sammeln und den von der ansässigen Bevölkerung erwirtschafteten Überschuss zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Der grosse Arbeitsaufwand für Monumentalwerke und ihre ständige Umformung wurde durch die vom Ur-Staat vereinnahmte Produktionsleistung der Bevölkerung aus den anderen Tälern gewährleistet.
Die früheste Zivilisation Perus und Amerikas entstand zwischen 3000 und 2500 vor Chr. im Supetal. Ihr Ausgangspunkt war ein Verbund von Gruppen, die in städtischen Ansiedlungen wohnten. Dieses Organisationsmodell beeinflusste die Entwicklung zukünftiger Zivilisationen. Zu den wichtigsten Gesellschaften unter ihnen zählen jene, die die nachfolgend genannten Bauten schufen: Huaca La Florida, Garagay am Rimac, Cerro Sechín, Pampa de Llamas-Moxeque im Casmatal. Schliesslich wiederholte sich das Modell in den verschiedensten Andenregionen: Chavín, Moche, Lima, Nasca, Tiahuanaco, Wari, Chincha, Ichma, Chimú und endlich die Inkas, die letzte prehispanische Zivilisation in Peru, 4400 Jahre nach Caral.
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